Profil: Rüdiger Jochum

  • Jahrgang: 1964
  • Triathlon seit: 1985
  • Aktuell: Masterliga
  • Highlights:
    5 x Teilnahme IM Hawaii
    Top 20 Platzierungen Roth / Lanzarote / Neuseeland
    Diverse Saarlandmeistertitel AK alle Strecken
    Platz 2 Gesamt Masterliga 2013
  • Stärken: früher Rad und Lauf / heute Schwimmen
  • Schwächen: Ungeduld
  • Ziele: nächste Saison überleben

Wie kam ich zur Sportart Triathlon?

1985 war Triathlon in Deutschland weitestgehend unbekannt. In einem Zeitungsartikel las ich davon, das Flair von Abenteuer hat mich fasziniert. Tatsächlich waren Triathlons in dieser Zeit auch abenteuerlich, zum Einen wegen der heute naiv anmutenden Organisation, zum Anderen aber auch wegen der mangelnden körperlichen Fitness der Teilnehmer. Jeder konnte so halbwegs eine Teildisziplin und hat versucht, den Rest im Survivalmodus zu absolvieren.

Welche Entwicklung dieser 30 Jahre ist die für mich entscheidendste?

Sehr viel hat sich im Laufe dieser Jahre entwickelt. Material ist sportarttypisch geworden, wir mussten noch sehr viel selbst basteln. Veranstaltungen sind professionell geworden, selbstverständlich auch teurer, aber vor Allem viel besser organisiert und viel sicherer. Triathlon wurde olympisch. IRONMAN ist weltweit stark expandiert, neue Serien sind entstanden. Trainingssteuerung zog ein, Fördersysteme für Leistungssport,… Die für mich entscheidendste Veränderung ist jedoch die Akzeptanz von Triathlon als Breiten- und Familiensport für Jedermann. Wir waren doch Mitte der 80er Jahre Aliens.

Kann man nach 30 Jahren Triathlon und mit der Liste an Erfolgen noch Ziele haben?

Wer mich beim Training erlebt der weiß dass man kann! Es müssen aber zeitgemäße und realistische Ziele sein. Persönliche Bestzeiten werde ich nicht mehr verbessern. Offene Rennen werde ich keine mehr gewinnen können. Mein großes Ziel als Aktiver ist es, gemeinsam mit meinen Mitstreitern die Masterliga als Team zu gewinnen. Gleichzeitig bin ich aber auch in der Abteilungsführung mitarbeitend tätig. Hier sind meine Ziele neben der Weiterbildung von Athleten jeder Leistungsklasse der Aufbau einer Liga-Damenmannschaft sowie die tatsächliche Integration von Breitensport ins Wettkampfgeschehen.

Was ist die Empfehlung für den Neueinsteiger?

Einfach mal anfangen und machen. Zuerst eigene Erfahrungen sammeln und dann nach links und rechts schauen, Foren durchstöbern und sich Einflüssen aussetzen. Lasst es doch zuerst ungefiltert physisch und emotional auf Euch wirken, bevor ihr die Sache zu sehr verkopft. Wenn ihr merkt das könnte durchaus was sein für Euch: schließt Euch einem Verein an mit umfangreichem Trainingsangebot (insbesondere was Schwimmen betrifft) und genießt das Training in homogenen Gruppen. Ihr braucht am Tag 2 Eurer Triathlonkarriere noch keinen Personal Coach.